24.06.19

4. Akt: Resümee

Als Glücksfall erwies sich die Tatsache, dass das geschädigte Unternehmen eine sogenannte „CEO Fraud“-Versicherung abgeschlossen hatte, so dass der wirtschaftliche Schaden letztendlich überschaubar war. Den meisten Firmenchefs ist weder das Risiko einer derartigen Bedrohung noch die Möglichkeit einer versicherungstechnischen Regulierung bekannt. Wer das Thema anspricht, bekommt häufig zu hören, dass man so „dämliches“ Verhalten im eigenen Zuständigkeitsbereich ausschließe. Die Mitarbeiter seien so konditioniert, dass sie nicht auf derartige Abzockereien hereinfielen. Unterschätzt wird dabei die Raffinesse solcher international agierenden Verbrecherbanden, die ihre Opfer durch die geschickte Vortäuschung  falscher Personenidentitäten, durch den cleveren Aufbau von Vertrauen, durch künstlichen Zeitdruck und Psychoterror äußerst wirksam manipulieren. Diese Form der globalen Internet-Kriminalität tritt seit 2013 immer häufiger auch im deutschen Wirtschaftsraum auf. Das Bundeskriminalamt hat in drei Jahren 250 Betrugsfälle erfasst. Dass er hier auch um existenzielle Größenordnungen gehen kann, zeigt der 2016 bei einem Automobilzulieferer entstandene Schaden von 40 Mio. Euro. Die weltweiten Schäden summieren sich einer FBI-Schätzung zufolge bereits auf 2,8 Mrd. Euro. Daraus resultiert als zentrale Handlungsempfehlung für alle verantwortlichen Führungskräfte, die eigenen Sicherungsstandards auch auf diese Bedrohung auszurichten.


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